Warum Schweigen manchmal Gold ist: Wann du deine beruflichen Ziele nicht teilen solltest

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Ist es wichtig Ziele zu teilen, um sie zu erreichen? Schließlich ist es peinlich, etwas nicht zu Ende zu bringen oder nicht zu erreichen.  

Doch die Art und Weise, wie wir unsere Ziele mit anderen teilen, kann einen erheblichen Einfluss darauf haben, ob wir sie erreichen oder nicht.

Eine Sache, die ich vom amerikanischen Autor Brian Tracy gelernt habe, ist, nicht zu viel über meine beruflichen Ziele zu sprechen. Es mag zwar kontraintuitiv erscheinen, aber mit anderen über die Ziele zu sprechen, kann tatsächlich kontraproduktiv sein und ihren Fortschritt behindern.

Lass mich auf die Gründe eingehen, wann du deine Ziele lieber für dich behalten solltest, wenn du sie erreichen willst.

Grund 1: Die Gefahr des vorzeitigen Erfolgsgefühls

Sich mit anderen über berufliche Ziele auszutauschen, kann ein verfrühtes Erfolgsgefühl erzeugen. Oft werden wir für unsere Ambitionen gelobt und ermutigt, was uns das Gefühl vermitteln kann, bereits einen Schritt näher ans Ziel gekommen zu sein. Diese anfängliche Befriedigung kann jedoch zu einem Rückschlag in der Motivation führen, da unser Gehirn das Signal erhält, die Belohnung für die Zielerreichung sei bereits erreicht.

Studien zeigen, dass Anfänger tendenziell eher an einem Ziel festhalten, wenn sie positiv ermutigt werden, während Fortgeschrittene stärker auf den tatsächlichen Fortschritt fokussiert sind.

Stell dir vor, du arbeitest in einem Marketingteam und möchtest eine innovative Marketingkampagne für ein neues Produkt entwickeln. Wenn du bereits umfassende Erfahrung in der Gestaltung solcher Kampagnen hast, wäre es ratsam, deine Absicht einem erfahrenen Kollegen mitzuteilen, der dir wertvolles Feedback zur Optimierung deiner Strategie geben kann.

Wenn du jedoch neu im Marketingbereich bist und zum ersten Mal eine Kampagne leitest, könnte es klüger sein, dein Ziel mit einem Teammitglied zu teilen, das dich ermutigt und unterstützt, während du dich in dieser anspruchsvollen Aufgabe beweist.

Grund 2: Angst vor Versagen und Bewertung

Das Teilen von Zielen kann auch Ängste vor Versagen und Bewertung auslösen. Die Vorstellung, von anderen beurteilt oder sogar verspottet zu werden, wenn wir unsere Ziele nicht erreichen, kann lähmend wirken. Diese Angst vor Versagen kann uns davon abhalten, notwendige Risiken einzugehen und die Schritte zur Zielerreichung zu unternehmen.

Grund 3: Negative Einflüsse und Ablenkungen

Leider steht nicht jeder hinter unseren beruflichen Zielen. Wenn wir unsere Ziele mit anderen teilen, sind wir offen für negatives Feedback, Kritik und sogar Sabotage. Negatives Feedback kann demotivierend wirken und uns davon abhalten, unsere Ziele zu verfolgen, was sich nachteilig auf unsere Fortschritte auswirken kann.

Statt von Anfang an mit potenzieller Ablehnung umzugehen, könnte es effektiver sein, erst dann über Ziele zu sprechen, wenn erste Erfolge bereits erzielt wurden. So kannst du sicher sein, dass deine Ziele solide sind und du auf dem richtigen Weg bist.

Grund 4: Ablenkung von der eigentlichen Arbeit

Wenn wir mit anderen über unsere Ziele sprechen, kann uns das davon ablenken, tatsächlich auf sie hinzuarbeiten. Wenn wir unsere Ziele mit anderen teilen, neigen wir dazu, uns mehr auf das Gespräch über die Ziele zu konzentrieren als auf die eigentliche Arbeit, die zum Erreichen der Ziele erforderlich ist. Was ist denn einfacher? Mit allen, die du kennst, über deine Ziele zu reden und eine Scheinwelt in deinem Kopf aufzubauen oder sich aufzuraffen und etwas zu tun?

Als Coach empfehle ich meinen KlientInnen, bewusst zu entscheiden, wann und mit wem sie ihre beruflichen Ziele teilen. Denn manchmal kann das Schweigen über Ziele genau die Kraft sein, die du brauchst, um wirklich Großes zu erreichen.

Quellen

The power of competition: Effects of social motivation on attention, sustained physical effort, and learning

 

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