Klarheit in der Karriere – Erkenntnisse aus drei Theorien

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Wenn jemand eine berufliche Veränderung anstrebt, geht es in erster Linie darum, persönliche Erfüllung zu finden. Ein Job, der nicht zu einem passt, kann viel Energie rauben. Man spürt, dass Veränderungen notwendig sind, auch wenn man sich wie in einer Sackgasse fühlt. Doch eine berufliche Veränderung bedeutet nicht zwangsläufig, dass man Zeit, Bildung oder bisherige Erfahrungen verschwendet hat.

Es bringt dich nicht voran dich hinter den Karrierezielen anderer oder in einem vermeintlichen begrenzten Rahmen deiner Möglichkeiten zu verstecken. Vertrau mir, ich habe das versucht. Wenn du jedoch sorgfältig herausarbeitest, was du wirklich von deiner Karriere erwartest, wirst du feststellen, dass du schneller in eine neue Position oder Branche wechseln kannst, als du denkst. Und wenn du dabei nicht weiterkommst, kann Coaching dir weiterhelfen.

Hier sind drei gängige Karrieretheorien, die ich enorm hilfreich finde, um Karriereklarheit zu erlangen:

Super’s Career Development Theory

Super’s Career Development Theory, entwickelt vom amerikanischen Psychologen Donald E. Super, ist ein Modell zum Verständnis der lebenslangen beruflichen Entwicklung.

Lebensphasen

Super unterteilte die berufliche Entwicklung einer Person in verschiedene Lebensphasen, jede mit ihren eigenen Aufgaben und Herausforderungen.

Growth (Alter 4-14): In dieser Phase beginnen Kinder Selbstkonzepte zu bilden und sich der Geschlechterrollen und beruflichen Stereotypen bewusst zu werden.

Exploration (Alter 15-24): Diese Phase ist durch die berufliche Erkundung gekennzeichnet, bei der wir verschiedene Rollen ausprobieren, Bildungs- und Berufswahlen treffen und versuchen, ein klareres Selbstkonzept zu entwickeln.

Establishment (Alter 25-44): In dieser Phase etablieren wir uns in einer bestimmten Karriere, sammeln Erfahrungen und konzentrieren uns auf den Fortschritt im gewählten Berufsfeld.

Maintenance (Alter 45-65): Beinhaltet die kontinuierliche berufliche Entwicklung, die Verbesserung von Fähigkeiten und die Anpassung an sich ändernde Arbeits- und Lebenssituationen.

Desengagement (Alter 65+): Wenn Personen sich dem Rentenalter nähern, beginnen sie sich aus dem aktiven Arbeitsleben zurückzuziehen.

Lebensrollen

Super betont die Auswirkungen von angenommenen Rollen wie Schüler, Angestellter, Unternehmer, Ehepartner und Elternteil auf die berufliche Entwicklung.

Lebensraum

Dieses Konzept umfasst die verschiedenen Rollen, Umgebungen und Erfahrungen, die Menschen in ihrem Leben erleben und die ihre Karrieren prägen.

Karriere-Regenbogen

Super’s Theorie stellt das lineare Karriereverständnis infrage und erkennt an, dass Personen mehrere Rollen und Wege verfolgen können.

Selbstkonzept

Super betont die Rolle des individuellen Selbstkonzepts, das Fähigkeiten, Interessen, Werte und Persönlichkeit umfasst.

Karriere-Kristallisation

Dieser Prozess beinhaltet die Entwicklung eines klaren und stabilen beruflichen Selbstkonzepts basierend auf Erfahrungen und Selbstbewertung.

Wie du diese Theorie für dich nutzen kannst:

  • Welche prägenden Momente oder Herausforderungen hast du im Alter von 4-14 Jahren erlebt?
  • Wie hast du im Alter von 15-24 Jahren Karriereoptionen erkundet? Was hast du über deine Interessen und dich selbst gelernt?
  • Beschreibe deine Reise im Alter von 25-44 Jahren. Welche beruflichen Entscheidungen hast du getroffen?

John Holland’s Theory of Career Choice

Entwickelt von dem amerikanischen Psychologen John L. Holland, sagt diese Theorie, dass wir in sechs primäre Persönlichkeitstypen eingeteilt werden können, und diese Persönlichkeitstypen sind eng mit spezifischen Arbeitsumgebungen und Karriereentscheidungen verbunden. Die sechs Persönlichkeitstypen sind wie folgt:

Realistic (R): Realistische Personen sind praktisch, handlungsorientiert und ziehen es vor, mit Werkzeugen, Maschinen und physischen Aufgaben zu arbeiten. Sie neigen dazu, handwerklich begabt zu sein. Karrieren, die mit diesem Typ in Einklang stehen, umfassen Ingenieurwesen, Bauwesen und handwerkliche Berufe.

Investigative (I): Untersuchende Personen sind analytisch, neugierig und lösen Probleme gerne durch Forschung und Analyse. Karrieren im Zusammenhang mit diesem Typ umfassen Wissenschaft, Forschung und technische Bereiche.

Artistic (A): Künstlerische Personen sind kreativ, einfallsreich und legen Wert auf Selbstausdruck. Sie mögen künstlerische und kreative Aktivitäten, wie Schreiben, Musik, Design und bildende Kunst.

Social (S): Soziale Personen sind auf Menschen ausgerichtet und arbeiten gerne mit anderen zusammen, um ihnen zu helfen und sie zu unterstützen. Sie verfügen über starke zwischenmenschliche Fähigkeiten und verfolgen oft Karrieren in Beratung, Lehre oder Gesundheit.

Enterprising (E): Unternehmerische Personen sind ehrgeizig und überzeugend. Sie werden oft von Geschäft, Verkauf und Managementrollen angezogen.

Conventional (C): Konventionelle Personen sind organisiert, detailorientiert und ziehen strukturierte und geordnete Arbeitsumgebungen vor. Sie zeichnen sich in Rollen aus, die Präzision und die Einhaltung etablierter Verfahren erfordern, wie Buchhaltung, Verwaltung und Datenanalyse.

Hollands Theorie legt nahe, dass Menschen in Karrieren am zufriedensten und erfolgreichsten sind, die mit ihrem dominierenden Persönlichkeitstyp in Einklang stehen. Zum Beispiel haben künstlerisch veranlagte Menschen eine größere Wahrscheinlichkeit, erfolgreich und zufrieden zu sein, wenn sie sich für einen Beruf entscheiden, der ein künstlerisches Umfeld bietet.

Wie du diese Theorie für dich nutzen kannst:

  • Du bist einzigartig, und deine Persönlichkeit auch. Mit welchen Persönlichkeitstypen kannst du dich am meisten identifizieren?

The Krumboltz Theory of Career Choice

In unserer Gesellschaft wird oft betont, dass wir schon früh im Leben unsere beruflichen Ziele planen sollen. Eine Frage, die man oft Kindern stellt, ist: “Was willst du mal werden, wenn du groß bist?” Aber seltsamerweise machen nur sehr wenige Erwachsene genau das, was sie sich mit 18 vorgestellt haben. Ungeplante Ereignisse spielen eine große Rolle in der beruflichen Entwicklung von uns allen.

Die Krumboltz-Theorie, entwickelt vom Psychologen John D. Krumboltz, betont den Einfluss genetischer Faktoren und Umweltbedingungen auf berufliche Entscheidungen. Darunter fällt auch der Einfluss vom familiären oder kulturellen Background und unterstützende Personen, die die beruflichen Ambitionen akzeptieren und fördern. Krumholtz spricht auch von “Planned happenstance”. Der Begriff bedeutet, dass wir Erfahrungen sammeln, indem wir auf Handlungen und Ereignisse reagieren oder andere beobachten, wie sie dies tun. Diese Lernerfahrung beeinflusst wiederum unsere Karriereentscheidungen.

Denke über folgendes nach:

  • Unterstützt deine Umgebung dich bei der Verfolgung der Karriereziele?

Krumholtz empfiehlt sich Support bei Menschen zu suchen, die deine beruflichen Ziele akzeptieren und unterstützen.

Quelle

Super’s Career Development Theory

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